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Pegel-Kennwerte erklärt

Abkürzungen der WSV verständlich gemacht

Pegelnull: der feste Bezugspunkt

Jeder Pegel misst den Wasserstand gegenüber einer festen Höhe, dem Pegelnullpunkt. Er ist in Metern über Normalhöhennull (NHN) angegeben und für jede Station anders. Der angezeigte Wert sagt daher, wie viele Zentimeter das Wasser über diesem Punkt steht – nicht, wie tief der Fluss ist.

Deshalb lassen sich Zahlen zweier Pegel nicht direkt vergleichen. 200 cm in Maxau bedeuten etwas völlig anderes als 200 cm in Kaub.

Mittelwerte: MNW, MW, MHW

MNW steht für mittleres Niedrigwasser, MW für Mittelwasser, MHW für mittleres Hochwasser. Die WSV berechnet sie über einen festen Zeitraum, meist zehn hydrologische Jahre. Liegt ein Pegel unter MNW, ist der Fluss für die Jahreszeit sehr wasserarm; über MHW führt er Hochwasser.

Extremwerte: NNW und HHW

NNW ist der niedrigste, HHW der höchste Wasserstand der amtlichen Reihe. Zu beiden nennt die WSV das Datum. Am Rhein stammen viele Höchstwerte aus 1882/83, 1926 oder 1993.

Wichtig: Die WSV aktualisiert diese Hauptwerte erst mit Verzögerung. Im Spätsommer und Herbst 2026 fiel der Rhein an vielen Pegeln nach ungeprüften Rohdaten unter die bisherigen NNW-Werte, die meist aus dem Herbst 2018 stammen. Auf den Pegelseiten weisen wir automatisch darauf hin, wenn die Messreihe der letzten 30 Tage unter dem amtlichen NNW liegt.

Schifffahrt: HSW und Hochwassermarken

HSW, der höchste Schifffahrtswasserstand, ist die Grenze, ab der die Schifffahrt eingestellt wird. An Rhein und Mosel gibt es zusätzlich Hochwassermarken: Ab Marke I fahren Schiffe mit Auflagen, ab Marke II (am Rhein meist gleich HSW) ruht der Verkehr. Für Trier führt die WSV sogar drei Marken.

GlW und Fahrrinnentiefe

Der gleichwertige Wasserstand GlW ist ein Bezugswert für die Schifffahrt. Für ihn garantiert die Verwaltung eine bestimmte Fahrrinnentiefe (TuGLW). Ein Rechenbeispiel: Liegt der Pegel 30 cm unter GlW, ist auch die Fahrrinne etwa 30 cm flacher als garantiert. Verbindliche Tiefen veröffentlicht ELWIS.

Wo die Begriffe festgelegt sind

Die Mittelwerte MNW, MW und MHW sowie die Extremwerte NNW und HHW fasst man als gewässerkundliche Hauptwerte zusammen. Welche Jahre in die Mittelwerte eingehen, steht in den Stammdaten jedes Pegels; die Zeiträume unterscheiden sich von Station zu Station. Vergleichen Sie deshalb Kennwerte zweier Pegel nur, wenn sie aus derselben Reihe stammen.

Höhen im DHHN2016

Pegelnull und Wasserspiegel in Metern über NHN beziehen sich bei den meisten Pegeln auf das Deutsche Haupthöhennetz 2016 (DHHN2016). Die Länder führten es bis Mitte 2017 als amtliches Höhensystem ein; an den Pegeln der WSV wurde es meist zum 1. November 2019 übernommen. Einige Pegel, etwa an der Edertalsperre, nennen noch Höhen über Normalnull (NN).

Abfluss und Wassertemperatur

Viele Pegel melden neben dem Wasserstand den Abfluss in Kubikmetern pro Sekunde. Er wird nicht direkt gemessen, sondern über eine Abflusskurve aus dem Wasserstand berechnet, die regelmäßig durch Messfahrten überprüft wird. Einige Stationen, etwa Passau oder Deggendorf, messen zusätzlich die Wassertemperatur.

Quellen: WSV, PEGELONLINE, Wikipedia: Mittelwasser, Wikipedia: Deutsches Haupthöhennetz.

Was nicht in PEGELONLINE steht

Hochwassermeldestufen legen die Länder fest, nicht die WSV; sie fehlen deshalb in den Kennwerten. Für Warnungen gelten die Lageberichte der Hochwasserzentralen. Auch Füllstände von Talsperren wie dem Edersee in Prozent sind nicht Teil der offenen Daten.